Wege aus der Seelenkrise

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Description

Details

Aus dem Wissen um die geistige Dimension des Menschen ergeben sich hilfreiche Ansätze zur Begleitung und Klärung seelischer Krisen. Die Beitragstitel in diesem Buch lauten u. a.:

- Ängste
- Wege aus der Angst
- Depressionen
- Wege aus der Depression

Additional Information
Author diverse
ISBN 978-3-87860-321-4
Dimensions 14.50 x 21.00 cm
Format Hardcover
Number of pages 80
Language Deutsch
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Ängste

Von Susanne Barknowitz, Innsbruck
Die Autorin ist Atem- und Logotherapeutin.

Betrachtungen zum Thema Angst, das heute nahezu die ganze Menschheit erfaßt, können nur Anstöße und Anregungen geben und aus der Erfahrung heraus Möglichkeiten aufzeigen, mit Ängsten umgehen und leben zu lernen, nicht aber den Anspruch in den Raum stellen, völlig von Ängsten befreien zu können. Das wäre unrealistisch, denn Angst läßt sich aus dem irdischen Leben nicht wegleugnen. Denken wir an die Aussage Jesu:

„In der Welt habt Ihr Angst, doch seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh.16, 33)

In der Welt gibt es die Angst, daher kann es nur um die Verminderung und Bewältigung von Angst gehen, so daß die Fähigkeit entsteht, daß wir die Dinge, die wir aus dem Innersten heraus tun sollten, auch tatsächlich tun – trotz Angst.

Angst ist zunächst einmal eine natürliche Reaktion auf etwas, das uns bedroht. Aber nicht umsonst heißt es, daß jede Gefahr auch eine rettende Kraft freisetzt und alle unsere Fähigkeiten auf das höchste mobilisiert, um der Gefahr zu begegnen.

Angst kann jedoch auch das natürliche Maß übersteigen und so stark werden, daß sie beginnt, die Gedanken und die Handlungsweisen eines Menschen zu beherrschen. Sie scheint dann oft überhaupt keinen realen Grund zu haben, ist in bezug auf das Erlebte überzogen und für die Umwelt nicht nachvollziehbar. Der Betreffende fühlt sich gefangen durch seine Angst, sein Leben erscheint ihm nicht mehr lebenswert. –

Ängste der verschiedensten Ausprägungen greifen in zunehmendem Maße um sich – und es drängt sich die Frage auf: Womit hängt das zusammen? Ist Angst ein Zeichen unserer Zeit? Die Auswirkung der Art und Weise, wie wir leben? Täglich, ja, stündlich werden wir über die Medien mit einer Fülle von Schreckensbotschaften überschüttet: Katastrophen, Kriege, Gewalt. Doch auch persönlichen Schicksalsschlägen können wir uns nicht entziehen, Unglück und Leid nehmen in unserer unmittelbaren Umgebung ebenfalls zu. In krassem Gegensatz dazu wird uns über den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt vorgegaukelt, daß wir uns in Sicherheit wiegen können und daß alles machbar ist. Zu gerne würden wir es glauben, doch im Innersten gibt es eine Stimme, die sehr wohl weiß, daß das nicht so ist. Ein Schicksalsschlag, jede Naturkatastrophe zeigt, daß das irdische Leben nicht sicher ist, daß wir nicht alles in der Hand haben, oft sogar hilflos ausgeliefert sind.

Aber noch eine andere Ursache für die Zunahme von Angsterkrankungen ist bemerkenswert. Es gibt Studien darüber, daß Angstneurosen in Zeiten des äußeren Wohlstandes stark zunehmen, während sie in Notsituationen so gut wie überhaupt nicht auftreten. In einer Zeit, in der nahezu alle materiellen Wünsche erfüllbar sind, kreist das Denken und Fühlen des einzelnen fast nur noch um sich selbst. Das Leben hat keine Bezüge mehr, es wird dadurch leer, es hat keinen Inhalt und keine Werte, es wird sinnlos und oberflächlich. Viele sind kaum mehr in der Lage, Verzicht zu leisten, Bedürfnisbefriedigung wird zur obersten Maxime. Die überzogenen Sorgen um das eigene Wohlbefinden bilden den Boden für Angst.

Elisabeth Lukas, die Gründerin des Süddeutschen Instituts für Logotherapie, sagt:

„Nur wer einzig das angenehme Leben liebt, der muß das Leben fürchten. Denn der steht in der ständigen Bedrohtheit des Angenehmen, das sich jederzeit in Unangenehmes verwandeln kann.“

Der Begriff Angst hat denselben Wortstamm wie das Wort Enge. Angst macht nicht nur eng, sondern auch umgekehrt: weil wir uns einengen, entsteht Angst. Wir engen uns ein mit unserem Blick, den wir fast ausschließlich auf Enges (= Irdisches) lenken, anstatt ihn über uns selbst hinauszuheben, uns zu weiten – zu einem Menschen hin, in eine Aufgabe hinein, auf Sinn und Werte, die unser Leben lebenswert machen, um nicht zuletzt den Blick so weit zu heben, daß wir nach einem höheren Willen fragen, der uns Hilfe und Antwort zu geben vermag und der uns schützt vor Verletzungen und übersteigerter Angst, sobald wir lernen, uns in diesen Willen einzufügen.

Das bedeutet konkret, daß wir bei uns selbst beginnen müssen, etwas zu verändern, daß wir die Werte, die wir in uns tragen und nach denen wir uns sehnen, nicht von anderen erwarten, sondern selbst umsetzen und leben.

Damit stellt sich der persönlichen Befriedigung von Wünschen die Erfüllung des Lebens als eigentlicher Sinn gegenüber; Erfüllung eben dieses höheren Willens, welcher sich in den Schöpfungsgesetzen – wir können auch sagen: Naturgesetzen – zeigt und uns Menschen in die Verantwortung führt. Verantwortung ist mit Menschsein spezifisch verbunden, Verantwortung zeichnet den Menschen als solchen aus. In der Ver-antwortung liegt der Aufruf zur Antwort. Es ist unsere Aufgabe, Antwort zu geben auf das Leben, auf den Willen des Schöpfers in unserer bestmöglichen Weise. Nur darin sind wir zuletzt geborgen. –

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