100 Antworten auf große Lebensfragen (E-Book)

Werner Huemer

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Details

Gibt es im Schicksal Gerechtigkeit? Weshalb läßt Gott Naturkatastrophen zu? Widerlegt die Gehirnforschung das Leben nach dem Tod? Hat Jesus wirklich gelebt? Gab es tatsächlich eine Erbsünde? Kann man ein Unglück durch den Glauben abwenden? Was ist eigentlich das „Ich“? Werner Huemer bietet in diesem Buch 100 kurz gefaßte, prägnante und schlüssige Antworten auf große Lebensfragen.
Additional Information
Author Werner Huemer
ISBN 978-3-87860-439-6
Format .epub, .mobi (ohne Kopierschutz/DRM)
Language Deutsch
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Konnte Jesus Wunder wirken?

Den Überlieferungen zufolge hat Jesus viele Kranke geheilt und auch andere Dinge vollbracht, die man als Wunder bezeichnen muß. Gerade dieser Glaube an Wunder, also an Ereignisse, die angeblich außerhalb der Naturgesetze stattfinden, ist nie und nimmer mit dem naturwissenschaftlichen Weltbild zu vereinen. Wenn man aber die Begriffe „Naturgesetz“ und „Gotteswille“ gleichsetzt, dann würde Jesus ganz auf der Ebene des Menschen stehen und man müßte alle Überlieferungen über seine Wundertaten als Märchen abtun. Das aber wird seiner Persönlichkeit nach meiner Auffassung auch nicht gerecht. Gelten für den Gottessohn nicht vielleicht doch andere Gesetze als für uns Menschen, die es Jesus erlaubten, Wunder zu tun?

Gott in seiner Art und seinen Wirkensmöglichkeiten zu begreifen und zu beschreiben, wird uns Menschen immer unmöglich sein, und im allgemeinen bewegen sich alle unsere Vorstellungen von Göttlichkeit und vom Gotteswirken in viel zu engen Grenzen, weil wir immer wieder nur das Menschenliche zugrunde legen (können). Es ist beispielsweise doch eine trügerische „Größe“ oder „Erhabenheit“, die wir dem Schöpfer unterstellen, wenn wir annehmen, er könne nach Bedarf und Belieben Naturgesetze verändern oder außer Kraft setzen. Das erscheint uns nur deshalb großartig, weil es etwas zum Ausdruck bringt, was wir Menschen gerne selbst könnten – aber der Gedanke, daß sich sich in dieser „Gesetzesfreiheit“ das Göttliche zeigt, ist unlogisch und kann nicht der Wahrheit entsprechen!

Wir gehen doch davon aus, daß der Schöpfer vollkommen ist und sein Werk, die Schöpfung, ein Ausdruck dieser Vollkommenheit. „Vollkommen“ aber bedeutet ewig-unveränderlich; jede Änderung oder Nachbesserung steht dem Begriff „Vollkommenheit“ entgegen.

Wo aber zeigt sich in der Schöpfung, die ihrerseits ja offenbar einem (gezielten) Entwicklungs-, und damit Veränderungsprozeß unterworfen ist, Vollkommenheit? Ganz klar: In den Gesetzen der Natur, der Schöpfung.

Mit den von uns erforschten Naturgesetzen haben wir in Wirklichkeit also nichts anderes als Auswirkungen des Gotteswillens entdeckt. Dieser allumfassende Wille, dem alles Bestehende folgen muß, aber ist ewig-unveränderlich, denn er ist vollkommen. Wenn man Gottes Allmacht in dieser Größe und Bedeutung zu erahnen beginnt, muß man doch völlig ausschließen, daß Naturgesetze veränderbar oder außer Kraft setzbar sind. Denn wie könnte Gott etwas wollen, das seinem eigenen Willen entgegensteht? Dies wäre nicht nur unlogisch, sondern ein Beweis für die Unvollkommenheit Gottes!

Insofern sollte man den biblischen und außerbiblischen Überlieferungen, die von den unglaublichsten Wundertaten Jesu berichten, sicher kritisch gegenüberstehen.

In Betracht ziehen muß man bei dieser Frage allerdings, daß sicher auch innerhalb der Naturgesetze vieles möglich ist, das uns nur deshalb als „Wunder“ erscheint, weil wir den Rahmen der Möglichkeiten, den die Gesetze zulassen, nicht kennen. In unserer auf das Materielle beschränkten Denkweise erscheinen ja auch heute bestimmte Heilungen als „wunderbar“, und es ist gut denkbar, daß Jesus durch seinen göttlichen Ursprung über eine besondere Kraft verfügte, die jene Entwicklungen, die für einen Menschen anstehen, beschleunigen oder von Hemmungen befreien konnte.

 

Gibt es ein „Weltgericht“?

In vielen Religionsgemeinschaften ist von einem „Weltgericht“ oder „Jüngsten Gericht“ die Rede, dem die Menschen unterworfen sein werden. Manchmal hört man auch von einer „Wendezeit“ oder „Weltenwende“, die in ein neues, besseres Zeitalter führen soll. Welche Bedeutung haben diese Begriffe vor dem Hintergrund des Wissens über die Schöpfung, wie es die „Gralsbotschaft“ vermittelt? Gibt es eine „Weltenwende“ und ein „Jüngstes Gericht“?

Die Bezeichnung „Weltenwende“ hat keine geschichtliche oder naturwissenschaftliche Bedeutung im heute üblichen Sinn, sondern beschreibt ein geistiges Geschehen, das sich in vielfältigster Weise auch in der physischen Welt auswirkt. Man kann sagen, daß in der Bewußtseinsentwicklung der Menschheit jede Weltenwende zwei „Weltepochen“ miteinander verband. Diese bedeutenden „Umbruchphasen“ oder „Entwicklungsschübe“ waren immer begleitet durch neue Offenbarungen, die in den verschiedenen Kulturen das Wissen der Menschheit vom Gotteswirken in der Schöpfung erweitern sollten.

Wenn heute im Hinblick auf die Besonderheiten unserer Zeit von „Weltenwende“ gesprochen wird, so im Zusammenhang mit einem umfassenden „Weltgericht“, das auch das „Jüngste Gericht“ genannt wird und von dem zahlreiche biblische und auch außerbiblische Prophezeiungen künden. Dem „Weltgericht“ soll sich das „Friedensreich der Tausend Jahre“ anschließen, in welchem nicht mehr zerstörerischer Menschenwille regiert, sondern der aufbauende Gotteswille.

Dabei sollte „Weltgericht“ nicht mit „Weltuntergang“ assoziiert werden, denn es geht dabei ja nicht um den Begriff einer Zerstörung, sondern um einen „richtenden“, also wieder gleich-richtenden, korrigierenden Vorgang, der Fehlentwicklungen beendet.

Zweifellos kann sich jegliches Geschehen in der Schöpfung, auch die Weltenwende und das Weltgericht, nur im Rahmen natürlicher Gesetzmäßigkeiten vollziehen. Das heißt: Auf die Menschheit fällt in dieser großen „Erntezeit“ schicksalhaft das zurück, was sie selbst verursacht hat. Willkürliche Eingriffe des Schöpfers oder ein „Aburteilen“, wie man es sich mit Blick auf ein irdisches Gericht vorstellen würde, sind dabei ausschließen.

Aus diesen Zusammenhängen wird klar, daß die Begriffe „Weltenwende“ und „Weltgericht“ nicht große Einzelereignisse beschreiben, sondern die Geschehnisse einer entscheidenden Epoche zusammenfassen und diese damit charakterisieren. Jeder einzelne Mensch wird die „Wendezeit“ in sich und an sich ganz unterschiedlich erleben.

 

Weshalb läßt Gott Leid und Katastrophen zu?

Ich glaube an einen liebenden, lebensfördernden Gott. Aber weshalb läßt das Leid und die Katastrophen auf der Erde zu?

Die Beantwortung der Frage, weshalb Gott „das alles“ zuläßt, setzt voraus, daß wir zunächst ein neues Gottesbild anerkennen, das nichts mit den üblichen Vorstellungen eines vermenschlichten Schöpfers zu tun hat. Dieses neue Gottesbild, wie es die „Gralsbotschaft“ zeichnet, geht davon aus, daß Gott uns Menschen mit dem freien Willen auch die Selbstverantwortung geschenkt hat und daß der Schöpfer daher nicht in das von Menschen verursachte Leid korrigierend eingreift.

Diese notwendige Korrekturfunktion erfüllen die unveränderlichen Schöpfungsgesetze, die der Ausdruck des Gotteswillens sind. In ihnen zeigen sich die Allmacht und die Gerechtigkeit Gottes. Gottes Liebe liegt indes darin, daß er in seiner Kraft Leben und Bewußtsein schafft, erhält und fördert. Zu dieser Kraft kann der Mensch Zugang finden, indem er sich im Gebet öffnet. Trotz der vollen Eigenverantwortung des Menschen hat Gott seine Schöpfung also nicht sich selbst überlassen.

Um die Gerechtigkeit Gottes im Leid und in schweren Schicksalsschlägen zu erkennen, ist es oft hilfreich, die Tatsache der Reinkarnation mit in Betracht zu ziehen. Denn um uns zu entwickeln und geistig zu reifen, leben wir Menschen mehrmals auf Erden. Die übergeordnete Gerechtigkeit Gottes zeigt sich für jeden Menschen in seinem gesamten Sein. Sie sollte daher nicht im Einzelereignis oder im derzeitigen Erdenleben gesucht werden.

Abgesehen von Leid und Katastrophen, die durch das menschliche Tun und Lassen verursacht werden, gibt es auch große Naturereignisse, die unabhängig vom Wirken des Menschen stattfinden. Diese Umwälzungen begleiten das Entwicklungsgeschehen in der grobstofflichen Welt und dienen immer einem übergeordneten Zweck. So bringt zum Beispiel Vulkanasche fruchtbares Land hervor.

Um Naturkatastrophen unbeschadet entgehen zu können, wäre ein Kontakt mit den „wesenhaften“, gestaltenden Kräften der Natur sehr wichtig, den aber der Mensch durch seine materielle Orientierung – also ebenfalls aus eigener Schuld – leider verloren hat. Viele Tiere jedoch finden durch ihren „Instinkt“ eine Verbindung zu den naturgestaltenden Kräften. Daher kann ein guter Bezug zu Tieren auch den Menschen vor solche Ereignissen schützen, wie aus Berichten über Naturkatastrophen ja schon oft deutlich wurde.

 

Was tun bei Demenz?

Meine Mutter ist an Alzheimer erkrankt und lebt bei uns in der Familie. Die Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, zum Beispiel ständige Aggressionen seitens meiner Mutter, sind für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar. Es wäre für mich um einiges leichter, wenn ich den Sinn dieser so fürchterlichen Krankheit erkennen könnte. Was ist die Ursache? Was geschieht mit dem Geist des Menschen? Zieht er sich in eine andere Ebene zurück? Aber warum vollzieht sich das mit wüsten Beschimpfungen? Die behandelnden Ärzte haben nur den Vorschlag gemacht, meine Mutter in ein Pflegeheim zu geben …

Sicher sind Sie mit der Betreuung Ihrer Mutter vor eine besonders anspruchsvolle Aufgabe gestellt, zu der Ihnen viel Kraft zu wünschen ist. Demenz-Erkrankungen (Alzheimer ist eine Form davon) nehmen stark zu. Über die Ursachen gibt es bislang nur Vermutungen; abgesehen von erblichen Faktoren dürfte der Lebenswandel (u. a. die Ernährung) eine wichtige Rolle spielen. Manche Forscher unterstellen auch einen direkten Zusammenhang mit der von Generation zu Generation zunehmenden Schwermetall-Belastung (unter anderem durch Amalgam-Zahnfüllungen), da Quecksilber die sogenannte „Blut-Hirn-Schranke“ (die normalerweise dafür sorgt, daß keine Giftstoffe ins Gehirn gelangen) mühelos durchdringt. Aber was auch immer die Ursachen sind: das dramatische Ergebnis bei Demenz-Erkrankungen ist die Beeinträchtigung der Gehirntätigkeit. Vor allem die Gedächtnisleistung (Kurzzeitgedächtnis) nimmt ab, dem betroffenen Menschengeist steht mit dem kranken Gehirn kein intaktes Werkzeug mehr zur Verfügung, um Eindrücke zu verarbeiten oder sich so auszudrücken, daß es dem Wirklichkeitserleben seiner Mitmenschen entspricht. Es handelt sich also um keinen natürlichen Rückzug des Geistes in höhere Ebenen, sondern durch um eine krankheitsbedingte Hemmung seines Wirkens.

Aggressionen entstehen bei Demenzkranken oft deshalb, weil sie den Ansprüchen ihrer Umgebung nicht gerecht werden können. Daher ist es wichtig, solche Menschen, wenn man sie betreut, nicht ständig zu korrigieren, zur Wachsamkeit zu ermahnen und so weiter. Sie können beim besten Willen nicht mehr so reagieren, wie man es normalerweise erwarten würde. Um so wichtiger aber ist es, sie rücksichtsvoll zu behandeln, damit ihre Würde als Mensch bewahrt werden kann.

Die Frage, was der Sinn einer Alzheimer-Krankheit ist, läßt sich wohl nicht allgemein beantworten, da ein und dieselbe Krankheit ganz unterschiedliche Aufgaben an die Betroffenen und ihre Mitmenschen stellen kann. Sicher aber liegt in den Anforderungen, die sich Ihnen stellen – etwa, mit Beschimpfungen, Unterstellungen und aggressivem Verhalten möglichst emotionsfrei umzugehen und dabei den Menschengeist und nicht die Auswirkungen der Gehirnkrankheit zu sehen – eine konkrete Aufgabe. Damit aber gleichzeitig auch ein konkreter Sinn, denn die Erfüllung einer solchen Aufgabe, das Bemühen um Liebe, Verständnis und Förderung trotz aller Widrigkeiten, bringt sicher geistigen Gewinn.

Allerdings sollte eine Pflegeaufgabe meines Erachtens von keinem Beteiligten als schicksalhafte Strafe aufgefaßt werden, die um jeden Preis „abgesessen“ werden muß – vielleicht auch um den der eigenen Gesundheit oder des familiären Zusammenhaltes. Jede solche Aufgabe ist eine Gelegenheit zur Reife. Sich nach besten Kräften für das Wohl des Erkrankten einzusetzen und die selbst empfundene Verantwortung nicht einfach abzuschieben – das ist prinzipiell eine sehr gute Entscheidung. Andererseits aber hat jeder Mensch auch eine Verantwortung für das eigene Leben und sollte sich (oder andere Angehörige) mit einer Aufgabe nicht auf Dauer überfordern. Insofern müssen Sie selbst (am besten gemeinsam mit Ihrer Familie) entscheiden, ob oder wann Sie Ihre Mutter in ein auf „Alzheimer“ spezialisiertes Pflegeheim geben möchten.

Für sie ist es sicher am hilfreichsten, im vertrauten Familienverband sein und Liebe erfahren zu dürfen, weil gerade für Demenzkranke alles Neue schwer zu verkraften ist. Auch ist davon auszugehen, daß ein Menschengeist, selbst wenn er – wie im Fall der Alzheimer-Erkrankung – keine Vollmacht über seine Gehirntätigkeit und die daraus resultierenden Reaktionen mehr hat, in der Empfindung miterlebt, was ihm gegeben wird. Das Erleben bedingungsloser Zuneigung kann für ihn eine wichtige, besonders schöne Lebenserfahrung sein.