Aus verklungenen Jahrtausenden (E-Book)

8,00 CHF
Inkl. Steuern


Lieferbar

Sofort nach Zahlung verfügbar

8,00 CHF
Inkl. Steuern


Beschreibung

Details

Dieses Buch beschreibt geschichtlich bedeutende Ereignisse auf der Grundlage geistiger Schauungen. Die Verfasser schrieben auf, was sie erschauten, verstanden sich aber als Vermittler, nicht als Verfasser der Texte im üblichen Sinn. Deshalb ist für dieses Buch kein Autor genannt. Inhalt: Aus dem Leben von Moses, Abd-ru-shin, Maria und Jesus.
Zusatzinformation
ISBN 978-3-87860-510-2
Ausführung .epub, .mobi (ohne Kopierschutz/DRM)
Sprache Deutsch
Lieferzeit Sofort nach Zahlung verfügbar
Vorschau

Vorschau

MOSES

ISRAEL stand unter der Herrschaft eines Mächtigen. Es diente um sein Leben, um ein menschenunwürdiges Dasein. Glühende Sonnenstrahlen, die wie Höllenatem die ausgedörrten Körper Tausender täglich auf den Feldern quälten, waren ein Teil des Elendes, das diese Menschen in bitterer Fron ertragen mußten; dazu schwang die Peitsche des Aufsehers über jedem der entblößten, gekrümmten Rücken.
Ihr Sausen war der einzige Ton, den die Söhne Israels noch vernahmen, wenn sie ihren schweren Dienst in stumpfer Ergebenheit verrichteten.
Die Peitsche, die selbst den Sterbenden noch erzittern ließ, deren Schläge unbarmherzig auf alle, die nicht hasteten mit ihrer Arbeit, herniedersausten, war Herr über Israel.
Und die Hand, die sie hielt, nur Werkzeug, ebenso blind wie sie selbst. Doch darüber stand einer, ein Mensch, der Ägypten verkörperte, Ägypten, wie es Israel kannte: grausam, hart, unerbittlich! Dieser Mensch war der Pharao! Sein Wille war es, der ein Volk zu Knechten erniedrigte, sein Wunsch, dieses Volk mit Arbeit und Geißel zu zermürben. Es nahm zu viel Platz in Anspruch! Er zwang es in Behausungen, elende Hütten, die die Menschen einpferchten in Dumpfheit und Enge. Sie hätten darin ersticken müssen, aber sie ertrugen es. Die Männer wurden zur Arbeit gezwungen, ihre Körper geschunden, gepeitscht. Viele erlitten den Tod, erlagen dem unerträglichen Joch; aber die meisten hielten stand. Israel mehrte sich mit unheimlicher Schnelligkeit, wurde dem Pharao eine stetig anwachsende Gefahr. Da reifte ein neuer Plan in ihm: Er ließ alle neugeborenen Knaben töten!
Danach begann sein Eifer, dieses Volk zu vernichten, nachzulassen.
Seine Werkzeuge arbeiteten für ihn, drangen in die Hütten der Geknechteten, rissen jammernden Müttern, die ihren Knaben zum erstenmal an die Brust legen wollten, mit kalter Gefühllosigkeit das Kind aus den Armen und brachten es um. Ihr Schreien drang nicht über die Grenzen des Israelitenviertels hinaus, niemand hörte es, am wenigsten der Pharao! Er lebte in seinem Palast in Ruhe und Behagen, alle Annehmlichkeiten seines Reichtums, seiner Macht genießend.
Er hatte nie hineingesehen in das Leben des Volkes, das er unterdrückte. Für ihn war Israel eine Einheit, die, falls er sie nicht dämmte, sein eigenes Volk an Größe überragen, sich zum Herrn über Ägypten machen konnte. Das zu verhindern war sein Ziel. Er hätte Israel vertreiben können aus seinem Lande! Das erschien ihm jedoch unklug; denn die Arbeit dieses Volkes sorgte für des ganzen Landes Wohlstand! Solange er es verstand Israel zu bändigen, sollte ihm die Arbeit willkommen sein.
Der Pharao sprach nie über diese Pläne, wenn er Gäste in seinem Palaste hatte, es war zu selbstverständlich für ihn. Lenkte aber irgend jemand das Gespräch darauf, dann gab er durch wenige Worte seiner Langeweile Ausdruck, und der Gast schwieg. Nur seiner Tochter, einem etwa zwölfjährigen Mädchen, das er zärtlich liebte, sprach er manchmal von jenem Volke, das ein Eindringling sei und scharf bewacht werden müsse. Er glaubte, seinem Kinde schon jetzt Mahnungen geben zu müssen für die spätere Regentschaft; denn Juri-cheo würde einmal die Herrscherin über Ägypten sein.
Er freute sich ihrer Reife, lachte, wenn Juri-cheo schon jetzt ihre Entgegnungen hatte zu seinen Worten. Seine Hand fuhr über ihr glänzendes, tiefschwarzes Haar; sein Blick freute sich ihrer Anmut, mit der sie ihre junge Würde trug. Er bewunderte die Sicherheit, mit der Juri-cheo sich den Schmuck zu ihren Gewändern wählte, und vermochte es nicht, ihr einen Wunsch zu versagen. Seine Liebe war das einzige, was ihn das Leben schön finden ließ. Alles, was er an Schätzen besaß, war Juri-cheo bestimmt. Er dachte nicht daran, daß diese Tochter der Grund seiner Habgier wurde. Selbst sein Sohn, der der Erstgeborene war und Anspruch auf den Thron hatte, mußte vor Juri-cheo zurückstehen. Für einen Blick des Dankes, den ihre hellen Augen dem Pharao spendeten, mußten Tausende von Israeliten sich quälen. Er vergaß alles, wenn sein Abgott lächelte.
Juri-cheo lebte ohne zu wissen, welches Unglück ihr Dasein schuf. Sie war noch ganz Kind und trug trotzdem das Erblühen schon in sich. Ihre Augen hatten oft den versonnenen Blick der Suchenden, sich selbst nicht Begreifenden. Wenn sie durch die Gemächer des Palastes schritt mit leicht wiegendem Gang, der Schmuck leise an ihr klirrte, die Seide ihrer Gewänder geheimnisvoll rauschte, dann vergaß sie sich ganz. Ihr war, als schwebe sie über dem Boden, verlöre die Verbindung mit allem und stehe über einem gewaltigen Geschehen, das suchende Arme nach ihr ausstreckte und sie vergeblich zu fassen suchte.
Sie lachte, wenn sie sich in die Wirklichkeit zurückfand. Mit heftiger Gebärde schüttelte sie die letzte Befangenheit ab. Gewöhnlich ließ sie dann ihr Pferd herbeiführen und tobte sich mit ihm nach Herzenslust aus.

JURI-CHEO lag auf ihrem Lieblingsplatz, einem mit Fellen bedeckten Lager, und lauschte den Gesängen ihrer Dienerinnen. Sie lag unbeweglich mit geschlossenen Augen, als schliefe sie. Im Halbkreis hockten die Sklavinnen am Boden, spielten und sangen die Lieder ihrer Heimat, Lieder, in denen die Sehnsucht, das Heimweh schwang ...
Plötzlich hob Juri-cheo den Arm so heftig, daß die Reifen daran klirrten. Sie sprang empor.
Die Dienerinnen erhoben sich jäh und harrten ergebungsvoll Juri-cheos Befehlen. Diese klatschte ungeduldig in die Hände: »Meine Sänfte! Ich will baden!«
Lautlos huschten die Sklavinnen hinaus und kamen zurück mit Schleiern, die Juri-cheo um den Kopf gewunden wurden; dann schritt sie, gefolgt von ihren Frauen, rasch durch die Gemächer, die Treppen hinab, durch Höfe mit Marmorböden, steinernen bunten Brunnen, goldverzierten Statuen, zum großen Tore des Palastes. Dort harrten ihrer vier große muskulöse Sklaven mit einer kostbaren Sänfte. Die Sonne brach sich in den in Gold gefaßten Edelsteinen, daß es ein Funkeln und Glitzern ohnegleichen war. Purpurne Polster, golddurchwirkte Kissen bedeckten den Sitz.
Schnell schlüpfte Juri-cheo hinein, eine Dienerin ließ die schweren gestickten Vorhänge herab, damit kein Unberufener einen Blick hineinwerfen könne. Die Träger hoben ihre kostbare Last; im Gleichschritt ging es durch die Straßen, zum Nil. Die Menschen stoben nach allen Seiten auseinander, als sie die Sänfte erblickten, sie gaben den Weg frei für die Pharaonentochter, in der sie ihre zukünftige Herrscherin sahen.
Die Sonne stand schon hoch am Himmel. Es war für Juri-cheo eigentlich zu spät, das Bad aufzusuchen. Sie hätte sich schützen müssen vor der Hitze, wie der Pharao es wünschte. Immer war seine Sorge wach um das Wohl seiner Tochter. – Aber der Nil strömte wohltuende Kühle aus. Der Platz, an dem Juri-cheo halten ließ, war vor Blicken geschützt. Dichtes Schilfgewächs säumte die Ufer zu beiden Seiten, ließ nur ein Stück frei, und diese Stelle suchte Juri-cheo immer wieder auf. – Sie entstieg der Sänfte, winkte ihrem Gefolge zurückzubleiben und ging zum Flusse.
Juri-cheo löste die Schleier, ließ sie zu Boden fallen; sie stand einen Augenblick still, legte die Hände hinter den Kopf und lauschte. Plötzlich horchte sie auf, trat einen Schritt auf das Schilf zu. Da war sie sicher, sich nicht verhört zu haben; hastig eilte sie in das dichte Gewächs, bog die langen Halme auseinander – es raschelte. Juri-cheo fuhr erschrocken zurück. Vor ihr stand ein dunkelhäutiges Mädchen, sah sie aus weitgeöffneten Augen entsetzt an.
»Wer bist du?« fragte Juri-cheo das Mädchen.
Dieses warf sich ihr angstvoll zu Füßen.
»O Fürstin, töte ihn nicht, laß ihn leben«, schluchzte sie.
Juri-cheo schüttelte erstaunt den Kopf. »Wen? Von wem sprichst du?« Dann stockte sie, lautes Weinen drang aus dem Schilf. Sie machte eine Bewegung, aber das dunkle Mädchen umfaßte ihre Knie.
»Herrin!« flehte sie angstvoll. Unwillig schüttelte sich Juri-cheo. »Laß mich!« Da sank das Mädchen wimmernd zur Seite.
Die Tochter des Pharao drang in der Richtung des nicht mehr aussetzenden Weinens vor. Vor einem Körbchen, das halb im Wasser schwamm, stand sie still. Mit einem Griff hielt sie ihre Gewänder hoch, trat in den Schlamm und bückte sich nach dem Korbe. Sie zog ihn näher, faßte ihn und hob ihn hoch. Mit einem Sprung gewann sie den festen Boden wieder. Juricheo hielt das Körbchen fest an die Brust gepreßt; jetzt war alles still darin. Sie schob sich behende durch das Schilfgewächs, stand wieder bei dem Mädchen, aber Juri-cheo achtete seiner nicht. Sie kniete nieder und öffnete das Körbchen.
»Ah – «, sagte sie erstaunt. In dem Korbe lag ein Kind, es schaute aus dunklen Augen in Juri-cheos Gesicht. »Wie lieb!« flüsterte sie leise.
Das Mädchen hob erstaunt lauschend den Kopf; die Erregung in ihm machte fassungslosem Staunen Platz. Dennoch wagte es nicht, sich Juri-cheo zu nähern.
Die Ägypterin war ganz in den Anblick des Kindes versunken, ihr wurde weich und weh, als sie das hilflose Geschöpfchen betrachtete. Dann erinnerte sie sich des Mädchens, wandte sich ihm fragend zu: »Ist es dein Kind?«
»Nein, mein Bruder.« Nun flehte sie wieder: »Laß ihn mir, Fürstin, töte ihn nicht!«
»Töten? Ich?«
»Fürstin, man tötet alle neugeborenen Knaben Israels. Man wird auch diesen töten, wenn man ihn findet!«
Juri-cheo schüttelte zweifelnd den Kopf.
»Doch! Es ist so, Fürstin!« sprach das Mädchen dringender.
»Wie heißt du?«
»Mirjam – und er heißt Moses.« Mirjam deutete auf das Kind.
»Nun, Mirjam, man wird ihm nichts zuleide tun, ich werde ihn hüten.«
Erschreckt streckte Mirjam die Hände aus nach dem Kinde.
Juri-cheo aber faßte den Korb fester. »Ich behalte ihn, Mirjam, fürchte nichts, sage deiner Mutter, daß ich Moses schütze und« - sie schwieg eine Weile, »und du darfst ihn manchmal sehen, komm in den Palast zu mir.«
Mirjam sah die Pharaonentochter lange durchdringend an. Ihre Augen, frühreif und tief, die vom Leide, das sie seit frühester Kindheit schauen mußten, ihren Ausdruck erhalten hatten, prüften die Worte Juri-cheos. Diese hielt den Blick aus; sie sah die Angst, das Mißtrauen, die aufflackernde Hoffnung und das Lächeln, das dann in dem Gesichte Mirjams durchbrach. Juri-cheo nickte Mirjam freundlich zu, dann eilte sie mit ihrem Findling glücklich und strahlend zu ihren Dienern. Ohne den erstaunten Blicken Beachtung zu schenken, stieg sie in die Sänfte.
»Schnell zurück!« befahl sie, und die Sklaven setzten sich in Trab.

JURI-CHEO war von diesem Tage an wie verwandelt. Sie lebte dem Kinde, sorgte, pflegte es, als sei Moses ihr eigenes Kind. Der Pharao ließ sie lächelnd gewähren; er sah nur eine Laune seines Lieblings in allem. Juri-cheo war klug, sie verstand es, ihrem Vater ihre Liebe zu dem Knaben zu verbergen. Sie wußte, daß der Pharao eifersüchtig auf jeden Gegenstand war, dem Juri-cheo mehr Aufmerksamkeit schenkte, als ihm nötig erschien.
Äußerlich war Moses nur Spielzeug für die Tochter des Pharao - aber sobald sie allein war mit dem Kind, überschüttete sie es mit der ganzen Hingabe, deren sie fähig war. So wuchs Moses in liebevollster Umgebung heran. Jedermann behandelte ihn gut, aber mit der Rücksicht, die man einem Schoßhund Juri-cheos ebenso gewidmet hätte.
Anfangs kam Mirjam oft, dann immer seltener. Sie vergaß den Bruder, wie er überhaupt bei den Seinen nie mehr erwähnt wurde. Als er älter wurde, erhielt er die besten Lehrer; Juri-cheo wünschte es so. Und in dem Knaben saß eine große Lernbegier, er war so klug, daß Juri-cheo immer stolzer auf ihn wurde. Moses wurde bei jeder Gelegenheit als Wunderkind angestaunt. Dem Pharao machte er Vergnügen mit seinen lustigen Antworten, er ließ den Knaben seinen Gästen vorführen als Unterhaltungszugabe.
Juri-cheo haßte diese Schaustellung; sie fürchtete, daß Moses eitel werden könnte bei dem Lob, das man ihm so bereitwillig spendete.
Und als schließlich eine leise Oberflächlichkeit bei Moses aufkam, suchte Juri-cheo diese durch Strenge, die allerdings verfehlt war, zu steuern. Aber Moses blieb sorglos; er lachte, wenn sie ernsthaft mit ihm sprach. Sie wurde schließlich zornig.
»Höre, Moses«, sagte sie heftig, »ich will nicht, daß du allen Menschen vertraust; es schadet dir!«
»Sind sie nicht alle gut?«
»Sie sind nur so lange gut, wie ich es zu dir bin. Würde ich einmal fort sein, und du ständest allein da, sie würden dich fortjagen oder dich zum gemeinsten Sklaven erniedrigen. Jetzt bin ich da, dich zu schützen; später mußt du es selbst tun, und dazu mußt du klug und vorsichtig sein!«
Moses hatte sie angehört, aber er verstand nicht. Da zog ihn Juri-cheo zu sich auf den Boden. Sie saßen beide auf weichen Fellen, und Juri-cheo erzählte dem Knaben von seiner Herkunft, von seinem Volk, und wie sie ihn gerettet hatte.
Moses lauschte gespannt; sein Blick hing an ihrem Munde und langsam verstand er. Tiefer Ernst lag auf der reinen Knabenstirn. Moses dankte Juri-cheo, indem er sich zärtlich an sie lehnte; da wurde sie ruhig und glücklich. Sie strich dem Knaben das dunkle, krause Haar zurück und schickte ihn dann fort. Sie bangte mehr um Moses, als sie sich selbst eingestand, erwog Pläne, wie sie ihn schützen könnte vor der Launenhaftigkeit ihres Vaters. Sie wußte, daß sie mit ihrer Aufklärung in Moses eine Stimme erweckt hatte, die nie wieder schweigen würde, die den ewigen Rhythmus des israelitischen Blutes sang. Moses konnte jetzt zu einem Feinde ihres Volkes werden; ja, er konnte auf Vernichtung sinnen, wenn er älter wurde. Er war in vieles eingeweiht, mit wachem Blick erkannte er, was geschah. Juri-cheo erschauerte; sie sah Schrecken und Tod von Moses ausgehen über ihr Volk. Sie vergaß, daß Moses noch ein Knabe war, sah ihn als Rächer seines Volkes drohend vor sich stehen.
»Warum habe ich gesprochen? Liebe ich ihn denn mehr als mein Volk?«
Nie wieder erwähnte Juri-cheo Moses gegenüber etwas von seiner Abstammung, nie fragte er danach - und doch sah die Ägypterin, je älter Moses wurde, auch seinen Zorn, seinen Kummer über Israel. Er litt mit seinem Volke, das er so selten sah; er verachtete seine Feigheit, mit der es das Leben in Gefangenschaft ertrug.
Moses war stolz, herrisch; er kannte keinen Menschen, dem er sich so blind unterworfen hätte. Sein Wille war zügellos gewachsen. Er stand unter dem Schutze der Pharaonen-Tochter, und niemand wagte, sich ihm zu widersetzen. Er war ein großer, schlanker Jüngling geworden, hatte kluge, beseelte Augen, die oft weich und träumend in die Ferne schauten, als erwarteten sie ein Wunder. Um seinen Mund trug er einen Zug, den nur Juri-cheo kannte und verstand. Da zeigte sich oft eine verhaltene Bitterkeit, zumeist, wenn der Palast im Zeichen höchsten Glanzes stand.
Moses schlenderte durch die Säle, beobachtete das geschäftige Eilen der Sklaven, sah die kostbaren Geschenke der Gäste, die in den Schatzkammern aufbewahrt wurden. Er ließ seine schlanke Hand spielerisch über golddurchwirkte Stoffe gleiten, ließ erlesene Edelsteine durch die Finger rieseln - bis sich plötzlich die Hand ballte und mit einer Gebärde des Abscheus zurückfuhr. Steil ragte von der Nasenwurzel eine Falte in die soeben noch glatte Stirne des Jünglings. - Finster ruhte sein Blick auf den Juwelen, den angehäuften Werten, die nutzlos dalagen, während Völker in Armut und Elend zugrunde gingen. Moses riß sich zusammen, er lief, bis er fast atemlos irgendwo in einem Hof oder auf einer Treppenstufe niedersank. Langsam legte sich seine Erregung, seine Brust atmete freier - er kehrte zurück in den Palast. Er machte sich selbst Vorhaltungen, suchte sich zu beherrschen in ähnlichen Augenblicken, doch sein Zorn war jedesmal stärker.

...